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Rechne mit Erfolg!

Erforscht & entwickelt in der Schweiz

Therapie bei Dyskalkulie

In der Kindheit entwickeln und spezialisieren sich bestimmte Gehirnbereiche für das Verarbeiten von Zahlen und das mathematische Denken. Bei Kindern mit Dyskalkulie bleibt die Entwicklung dieser spezialisierten Gehirnfunktionen zurück.

Bereits Babys können unterschiedlich grosse Mengen voneinander unterscheiden. Diese Grundfähigkeit ermöglicht ein elementares Verständnis von Zahlen. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Kinder später eine wahrgenommene Anzahl von Objekten mit einem Zahlwort oder einer schriftlichen arabischen Zahl verknüpfen und eine Zahlenraumvorstellung entwickeln können. Wenn wir als Kinder erste Rechenaufgaben lösen, sind hauptsächlich unsere vorderen Gehirnregionen aktiv. Diese Regionen sind für das logische Denken zuständig, dort werden auch die Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis gesteuert. Erst nach und nach spezialisieren sich durch Lernen und Erfahrung zusätzliche Regionen, insbesondere in den hinteren Hirnabschnitten. Sie übernehmen bestimmte Teilfunktionen und stellen gespeichertes Wissen zur Verfügung. Dadurch werden die vorderen Hirnregionen entlastet, und es wird wieder Kapazität frei für das Bearbeiten komplexerer und schwierigerer Rechenaufgaben. Bei Kindern mit einer Rechenschwäche bleibt diese Spezialisierung der hinteren Gehirnregionen zurück. Während sie bei einer einfachen Aufgabe noch intensiv nachdenken und abzählen, wissen ihre Altersgenossen schon automatisch, wie das richtige Ergebnis lautet. Das denkende Abzählen ist für die vorderen Hirnregionen kraft- und zeitraubend und zudem auch fehleranfällig. Müssen immer mehr Aufgaben in immer kürzerer Zeit gelöst werden, sind die vorderen Hirnareale rasch überlastet. Die aus dem Druck entstehende Angst verlangsamt das Denken zusätzlich. So bleibt immer weniger Kapazität übrig, um automatisiertes Wissen und Können in die hinteren Hirnregionen zu verlagern. Ein wahrer Teufelskreis!

Wenn das Gehirn nicht rechnen will

Unser Alltag verlangt überall mathematische Fähigkeiten. Köche müssen genaue Mengen einhalten, Schreinerinnen exakt messen, Ingenieure präzise berechnen. In jedem Beruf werden mehr oder weniger anspruchsvolle mathematische Fähigkeiten verlangt. Wer Schwierigkeiten im Rechnen hat, tut sich in der Schule schwer und erhält schlechte Prognosen für die berufliche Zukunft. Betroffene Kinder und ihre Eltern stehen unter enormem Druck, Mathematik auf Biegen und Brechen zu erlernen. Beim Aufbau mathematischen Denkens spielt die Entwicklung von spezialisierten Gehirnregionen eine zentrale Rolle. Diese Gehirnregionen automatisieren die Verarbeitung mathematischer Teilaufgaben und stellen gespeichertes Wissen zur Verfügung.

Gleichzeitig muss das Gehirn beim Lösen mathematischer Aufgaben und dem Entwickeln der Gehirnregionen vielfältige Übersetzungsleistungen (so genannte Transcodierungen) vollbringen, denn Zahlen liegen in unterschiedlichen Darstellungsformen vor: als Zahlworte, in arabischer Notation und als Mengen/Grössen (siehe Bild).

Durch Training und Erfahrung spezialisieren sich drei unterschiedliche Gehirnregionen auf die Verarbeitung dieser Darstellungsformen (Triple-Code-Modell). Bei Personen mit Rechenschwäche ist diese Spezialisierung jedoch verzögert oder bleibt möglicherweise fast gänzlich aus. Diese Verzögerung kann auftreten, weil sich eine Region verzögert entwickelt, und damit die übrigen Regionen in ihrer Spezialisierung hemmt, oder weil sich die Transcodierungs-Prozesse verzögert entwickeln.

Abrechnen mit der Rechenschwäche

Dybuster Calcularis bietet einen einzigartigen Weg, das Gehirn bei den notwendigen Lern- und Reifungsprozessen zu unterstützen. Es verbindet moderne Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und der Neurowissenschaft mit erprobten Prinzipien der Informationstheorie und Informatik.

Beim Erlernen des Rechnens sind verschiedene Gehirnregionen beteiligt, die in unterschiedlicher Weise entwickelt werden. Die dabei auftretenden Probleme sind vielfältig und von Kind zu Kind sehr verschieden. Der tägliche Kampf mit den Tücken des Einmaleins könnte unterschiedlicher nicht sein und verlangt nach einer neuartigen Lösung. Ebenso wichtig wie die schrittweise Entwicklung dieser verschiedenen Gehirnregionen sind ihre Verknüpfung und ihr aufgabenbezogenes und automatisiertes Zusammenspiel. Probleme in einem Bereich können die Entwicklung in anderen Bereichen hemmen und damit auch ihr Zusammenspiel. Dybuster Calcularis trainiert die Bereiche explizit in unterschiedlichen Spielformen und spricht gleichzeitig in jeder Aufgabe möglichst viele Bereiche an, indem Zahlen als Mengen, Zahlworte, arabisch notiert oder im Zahlenraum dargestellt werden. Den Lern- und Vertiefungsprozess unterstützt Dybuster Calcularis durch das systematische Ansprechen verschiedener Sinnesqualitäten wie Farbe und Form. Eine gezielte und erfolgreiche Förderung muss zunächst den rechnerischen Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes genau kennen und von dort aus schrittweise vorgehen. Das Programm passt sich deshalb individuell dem Lernstand des Benutzers an und stärkt konsequent die Verknüpfung mit der sich entwickelnden und ausdehnenden Zahlenraumvorstellung. Die Therapiesoftware ist ein besonders wichtiges Werkzeug für die Entwicklung des rechnerischen Denkens und den Aufbau mathematischen Wissens.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass gezieltes Training zu neuroplastischen Veränderungen im Gehirn führt. Lernende konnten nach nur drei Monaten durchschnittlich über 35 Prozent mehr Rechenaufgaben richtig lösen und dadurch auch ihre Angst vor der Mathematik abbauen.

Was ist Rechenschwäche/Dyskalkulie?

Rund 5% aller Kinder sind von einer Rechenschwäche betroffen, auch Dyskalkulie genannt. Sie haben Schwierigkeiten bei mathematischen Aufgaben, während sie bei übrigen Fähigkeiten durchschnittliche oder überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Rechenschwäche ist eine Lernschwäche oder Teilleistungsstörung. Sie führt zu erheblichen schulischen Defiziten. Auch im späteren Leben kann sie sich mit starken Einschränkungen negativ auf den Lebenslauf auswirken, weil viele Berufe mathematische Fähigkeiten voraussetzen. Heute wird vermutet, dass neuronale Defizite die Ursachen einer Dyskalkulie sind. Diese Defizite treten unabhängig von der Intelligenz auf. Gerade durchschnittlich oder überdurchschnittlich intelligente Kinder mit Dyskalkulie leiden umso mehr unter der Lernschwäche, weil sie gegen unerwartete Versagensängste zu kämpfen haben. Diese negativen Erfahrungen können sogar zu Verhaltensstörungen führen. Defizite unterschiedlichster Art können zu einer Dyskalkulie führen, was deren Diagnose erschwert. Gleichzeitig können viele Dyskalkuliker ihre Defizite durch Kompensations- oder Ausweichstrategien übertünchen, so dass die Probleme erst viel später erkannt werden, als sie eigentlich auftreten.